Inhalt
Ein Röntgenangriff (auch „Röntgeneffekt“) ist eine Situation, in der eine langschrittige Figur — Turm, Läufer oder Dame — durch eine andere Figur hindurch wirkt, meist durch eine gegnerische. Die Figur „durchleuchtet“ die Linie: Einen direkten Angriff gibt es nicht, aber sobald die Figur dazwischen verschwindet, zeigt sich die Wirkung.
Verteidigung durch eine Figur hindurch
Das ist der häufigste Fall. Stellen Sie sich vor: Auf einer Linie stehen Ihr Turm, ein gegnerischer Turm und ein weiterer Turm von Ihnen. Der gegnerische Turm schlägt Ihren näheren Turm. Es scheint, Ihr Turm war ungedeckt — doch nach dem Schlagen nimmt Ihr hinterer Turm sofort zurück: Er hat das Feld „durch“ den gegnerischen Turm hindurch gedeckt.
Berücksichtigen Sie deshalb beim Berechnen von Abtauschen auf einer Linie alle Figuren auf ihr — auch die hinter gegnerischen Figuren.
Angriff durch eine Figur hindurch
Eine ähnliche Idee ist der Spieß: Eine langschrittige Figur greift eine wertvollere Figur an, und wenn diese wegzieht, schlägt sie die weniger wertvolle, die dahinter auf derselben Linie steht. Zum Beispiel bietet ein Läufer dem König Schach, der König weicht aus, und der Läufer nimmt den Turm, der hinter dem König stand.
Das ist das „Spiegelbild“ der Fesselung: Bei der Fesselung steht die wertvolle Figur hinten, beim Spieß vorn.
Warum das wichtig ist
Der Röntgenangriff wird beim Berechnen von Abtauschen oft übersehen. Ein Spieler zählt „zwei meiner Figuren gegen zwei des Gegners“ und vergisst die dritte, die durch eine Figur hindurch wirkt. So endet der Abtausch ganz anders als erwartet.
Ein Tipp
Stehen mehrere Figuren auf einer Linie — Türme auf einer Linie, Dame und Läufer auf einer Diagonale —, stellen Sie sich vor, was nach jedem Schlagzug passiert: welche Linien sich öffnen und wer angegriffen wird.
Weitere taktische Mittel: die Gabel, der Doppelangriff, die Zwickmühle, der Zwischenzug.