Ein Tiebreak (Stichkampf) ist ein Verfahren, um den Sieger zu ermitteln oder die Plätze zu verteilen, wenn Spieler gleich viele Punkte haben.
Zwei Arten des Tiebreaks
Zusatzpartien
In Wettkämpfen und K.-o.-Turnieren werden bei Gleichstand Zusatzpartien mit verkürzter Bedenkzeit gespielt. Die übliche Reihenfolge:
- Schnellschach-Partien — zum Beispiel je 25 Minuten.
- Ist es wieder unentschieden — Blitz-Partien (je 3–5 Minuten).
- Hilft auch das nicht — eine entscheidende Armageddon-Partie, in der kein Remis möglich ist.
So wurden viele WM-Kämpfe entschieden. 2023 wurde zum Beispiel Ding Liren Weltmeister, indem er Jan Nepomnjaschtschi im Schnellschach-Tiebreak besiegte („Weltmeister“).
Feinwertungen
In normalen Turnieren gibt es keine Zusatzpartien: Bei Punktgleichheit werden die Plätze nach Feinwertungen verteilt. Ihre Reihenfolge steht vorab in der Turnierordnung. Die gebräuchlichsten sind:
- Direkter Vergleich — wer die Partie zwischen den punktgleichen Spielern gewonnen hat.
- Sonneborn-Berger-Wertung — für Rundenturniere (mehr).
- Buchholz-Wertung — für Turniere nach Schweizer System (mehr).
- Anzahl der Siege — wer mehr Partien gewonnen hat.
- Anzahl der Partien mit Schwarz — wer mehr davon gespielt hat.
Rat für Teilnehmer
Lesen Sie vor dem Turnier die Ausschreibung: welche Wertungen in welcher Reihenfolge gelten. Davon hängt manchmal die Taktik in den letzten Runden ab.