Die Zwickmühle ist ein taktisches Mittel, bei dem zwei Figuren (meist Turm und Läufer) abwechselnd Schach bieten und der Turm bei jedem Abzugsschach eine weitere gegnerische Figur schlägt. Der König pendelt zwischen zwei Feldern, und die „Mühlsteine“ zermahlen seine Figuren.
Wie das aussieht
1. 2. 3. 4. 5.
Der Mechanismus:
- Der Turm steht auf g7 vor dem König h8, der Läufer f6 hinter dem Turm auf derselben Diagonale.
- Der Turm zieht mit Schlagzug über die siebte Reihe. Es entsteht ein Abzugsschach durch den Läufer.
- Der König muss nach g8 (h7 beherrscht der Turm).
- Der Turm kehrt mit Schach nach g7 zurück. Schlagen kann man ihn nicht — der Läufer deckt ihn. Der König geht wieder nach h8.
- Der Turm schlägt die nächste Figur — und so weiter.
In wenigen Zügen gewinnt Weiß den Bauern f7, den Läufer b7 und den Bauern a7.
Eine berühmte Zwickmühle
Die bekannteste Zwickmühle der Geschichte gab es in der Partie Carlos Torre – Emanuel Lasker (Moskau, 1925). Der mexikanische Meister opferte die Dame, dann bauten Turm und Läufer eine Zwickmühle auf und nahmen dem früheren Weltmeister fast alle Figuren ab.
Woran man eine Zwickmühle erkennt
- Der gegnerische König sitzt in der Ecke fest und hat nur zwei Felder.
- Ihr Turm bietet aus nächster Nähe Schach, und hinter ihm steht auf derselben Linie eine langschrittige Figur.
- Auf der Reihe oder Linie, auf der der Turm zieht, stehen gegnerische Figuren.
Die Zwickmühle ist ein schönes Beispiel für das Zusammenspiel der Figuren und das Abzugsschach.