Die Sonneborn-Berger-Wertung ist eine Feinwertung für Rundenturniere, in denen jeder gegen jeden spielt. Sie zeigt, gegen wen ein Spieler seine Punkte geholt hat: Siege gegen starke Gegner zählen mehr als gegen schwache.
Wie man sie berechnet
Die Sonneborn-Berger-Wertung eines Spielers ist:
- die Summe der Punkte aller Gegner, gegen die er gewonnen hat,
- plus die Hälfte der Punkte der Gegner, gegen die er remis gespielt hat.
Niederlagen bringen nichts.
Beispiel
Ein Turnier mit vier Teilnehmern, jeder hat drei Partien gespielt:
| A | B | C | D | Punkte | |
|---|---|---|---|---|---|
| A | — | ½ | 1 | ½ | 2 |
| B | ½ | — | ½ | 1 | 2 |
| C | 0 | ½ | — | 1 | 1½ |
| D | ½ | 0 | 0 | — | ½ |
A und B haben je 2 Punkte. Wir berechnen die Wertung:
- A gewann gegen C (1½ Punkte) und spielte remis gegen B (Hälfte von 2 = 1) und D (Hälfte von ½ = ¼). Zusammen: 1½ + 1 + ¼ = 2¾.
- B gewann gegen D (½ Punkt) und spielte remis gegen A (Hälfte von 2 = 1) und C (Hälfte von 1½ = ¾). Zusammen: ½ + 1 + ¾ = 2¼.
Den ersten Platz belegt A: Sein Sieg war gegen einen stärkeren Gegner.
Wann sie angewendet wird
Die Sonneborn-Berger-Wertung wird in Rundenturnieren verwendet, meist nach dem direkten Vergleich. Die Reihenfolge der Feinwertungen steht vorab in der Turnierordnung. Für Turniere nach Schweizer System eignet sich die Buchholz-Wertung besser.
Weitere Wege, die Plätze zu verteilen, beschreibt der Artikel „Der Tiebreak“.