Die Regel
Ein Spieler kann Remis beanspruchen, wenn es in den letzten 50 Zügen (50 Zügen von Weiß und 50 von Schwarz):
- keinen Schlagzug;
- keinen Bauernzug
gegeben hat. Nach jedem Schlag- oder Bauernzug beginnt die Zählung von vorn. Sind 75 Züge ohne Schlag- und Bauernzüge vergangen, erklärt der Schiedsrichter das Remis von sich aus, auch wenn niemand es beansprucht.
Wozu die Regel
Ohne sie könnte eine Partie ewig dauern: Die stärkere Seite könnte die Figuren übers Brett schieben, ohne mattsetzen zu können. Die 50-Züge-Regel verlangt echten Fortschritt.
In der Praxis ist das in Endspielen wichtig, in denen eine Seite mehr Material hat, der Gewinn aber schwierig ist. Turm gegen Läufer zum Beispiel ist meist remis: Die schwächere Seite verteidigt sich, bis die 50 Züge um sind.
Wie das in der Partie aussieht
Remis beansprucht man beim Schiedsrichter. Der Spieler schreibt seinen nächsten Zug auf das Partieformular (führt ihn aber nicht aus) und erklärt, dass danach 50 Züge ohne Schlag- und Bauernzüge vergangen sein werden. Der Schiedsrichter prüft die Notation.
In Partien mit Uhr ohne Mitschrift (zum Beispiel im Blitz) zählt meist der Schiedsrichter mit.
Was Anfänger wissen sollten
Die 50-Züge-Regel ist ein weiterer Grund, das Matt mit Dame und mit Turm schnell und sicher zu lernen. Diese Matts brauchen weit weniger als 50 Züge — siehe die Artikel „Matt mit der Dame“ und „Matt mit dem Turm“.
Das Matt mit Springer und Läufer ist die Ausnahme: Es erfordert bis zu 33 Züge präzisen Spiels, und die 50-Züge-Regel kann hier durchaus stören. Mehr dazu im Artikel „Matt mit Springer und Läufer“.