Inhalt
Das Paradox der zwei Springer
Zwei Springer und der König können ein Matt nicht erzwingen gegen den einzelnen König. Macht die schwächere Seite keinen Fehler, endet die Partie remis — obwohl scheinbar viel Material auf dem Brett ist.
Der Grund ist das Patt. Um den König in die Ecke zu treiben, müssen die Springer ihm Felder nehmen. Doch in dem Moment, in dem ein Springer das letzte Schach bietet, hat der andere seinen Zug schon dafür verbraucht, das letzte freie Feld zu nehmen — der König ist entweder patt oder entkommt rechtzeitig.
Matt gibt es trotzdem
Eine Mattstellung existiert, man kann sie nur nicht erzwingen. Läuft der Gegner selbst in die Ecke, ist Matt möglich.
Deshalb gelten zwei Springer gegen den König nicht automatisch als remis: Die Partie geht weiter, der Gegner könnte ja einen Fehler machen. Darauf zählen sollte man nicht — die richtige Verteidigung ist elementar.
Wenn ein Bauer alles ändert
Erstaunlicherweise können die Springer manchmal gewinnen, wenn die schwächere Seite einen Bauern hat. Der Bauer verschafft dem König zusätzliche Züge, und das Patt fällt weg: Während der Gegner mit dem Bauern ziehen muss, schaffen die Springer ihr Mattnetz. Das ist ein sehr schweres Endspiel; untersucht hat es der russische Komponist Alexei Troizki zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Was man wissen sollte
- König und Springer oder König und zwei Springer gegen den einzelnen König sind praktisch remis.
- Tauschen Sie im Endspiel nicht so ab, dass Ihnen nur zwei Springer gegen den König bleiben: Gewinnen werden Sie nicht.
- Bleiben Springer und Läufer, ist Matt möglich, wenn auch schwierig: „Matt mit Springer und Läufer“.